WH54 Fachwortlexikon
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Seemannslexikon


⚓ Fachworte aus der Seefahrt


Basiswissen


Für Küsten-Urlauber und sonstige Interessierte: Ahming, Knoten, Palstek und Werft: hier sind Fachworte aus der Seefahrt alphabetisch aufgelistet und kurz erklärt.

Ablandig


Meist im Bezug auf den Wind: vom Land weg in Richtung auf das Meer, siehe auch => ablandig

Ahming


Markierung am Rumpf eines Schiffes, zeigt den aktuellen Tiefgang an, siehe auch => Ahming

Anker


⚓ Schwerer Gegenstand an einem Seil oder - meistens - einer Kette. Wird auf den Meersboden herabgelassen, um ein Schiff ortsfest zu machen. Siehe auch => Anker

Auflandig


Meist im Bezug auf den Wind: vom Meer her in Richtung (Fest)land, siehe auch => auflandig

Auslaufen


Als Schiff einen Hafen verlassen. Beispiel: am 10. April 1912 ist die Titanic zu ihrer ersten und letzten Reise ausgelaufen. Siehe auch => auslaufen

Backbord


Die in Fahrtrichtung linke Seite eines Schiffes. Die rechte Seite heißt Steuerbord. Mehr unter => Backbord

Beaufort


Name einer Skala von 1 bis 12 zur Angabe von Windstärken, siehe auch => Beaufortskala

Binnenhafen


Ein Hafen im Binnenland, also nicht an der Meeresküste. Das sind immer Häfen an Flüssen oder Seen. Lies mehr zur Definition unter => Binnenhafen

Brackwasser


Etwas salziges Wasser, aber noch kein echtes Salzwasser. Brackwasser entsteht vor allem in den Mündungsgebieten von größeren Flüssen. Dort vermischen Süß- und Salzwasser und ergeben so das => Brackwasser

Brücke


Der Raum, von dem aus ein Schiff überwacht und gesteuert wird, mehr unter => Schiffsbrücke

Bug


Der vordere Teil eines Schiffes, insbesondere mit dem Rumpfteil unter Wasser. Die Form des Bugs hat einen großen Einfluss auf den Wasserwiderstand und damit auch die Schiffsgeschwindigkeit. Siehe auch => Schiffsbug

Bugwelle


Welle am vorderen Ende eines fahrenden Schiffes. Kann man sie vom eigenen Standpunkt aus sehen, befindet sich das Schiff "vor dem Horizont". Siehe auch => Bugwelle

Buhne


Ein Steg senkrecht zur Küstenlinie gebaut. Buhnen sollen Küstenstreifen gegen Erosion durch Strömung oder Wellenschlag sichern. Mehr dazu unter => Buhne

Container


Ein standardisierter Behälter für verschiedene Frachter. Container lassen sich leicht stapeln sowie auch von Schiffen auf Züge oder LKWs umladen. Siehe auch => Containerschiff

Containerbrücke


Großer Kran, der senkrecht zur Kaimauer Standardcontainer schnell be- und entladen kann. Siehe auch => Containerbrücke

Deck


Der obere mehr oder mindere Abschluss des Rumpfes. Bei mehrgeschossigen Schiffen spricht man von mehreren Decks. Diese sind dann vergleichbar mit Geschossen oder Stockwerken bei Gebäuden auf dem Festland. Siehe auch => Schiffsdeck

Ebbe


Das ablaufende Wasser: der Meeresspiegel sinkt und das Wasser strömt weg von den Küsten. Mehr dazu unter => Ebbe

Faden


Ein Längenmaß von 1,8288 Metern. Mit Faden wurden zum Beispiel Wassertiefen angegeben. Das Maß ist heute nicht mehr üblich. Mehr unter => Faden

Fahrt durchs Wasser


Die Geschwindigkeit relativ zum umgebenden Wasser, siehe auch => Fahrt durchs Wasser

Fahrt über Grund


Die Geschwindigkeit relativ zum Meeresboden, siehe auch => Fahrt über Grund

FEU


Fort-foot equivalent unit: das ist die Bezeichnung eines großen Containers wie er für Containerschiffe zugelassen ist. Lies mehr dazu unter => Standardcontainer

Flaute


Windstille, insbesondere für Segelschiffe ein unerwünschter Zustand, siehe auch => Flaute

Flut


Auflaufendes Wasser: der Meeresspiegel steigt und das Wasser drängt in Richtung Küste. Mehr dazu unter => Flut

Gezeiten


Das Wechselspiel von Ebbe und Flut. Für die Seefahrt wichtig sind die Berücksichtigung von daraus entstehenden (oft starken) Strömungen sowie wechselnde Wassertiefen. Siehe auch => Gezeiten

Große Fahrt


Meint, dass ein Schiff oder eine Besatzung zur Fahrt auf allen Weltmeeren geeignet und zugelassen ist oder tatsächlich auf den großen Ozeanen große Strecken fährt. Mehr dazu unter => große Fahrt

Heck


Der hintere Teil eines Schiffes, insbesondere auch der Teil des Rumpfes unter Wasser. Siehe auch => Heck

Heckwelle


Die Wellten, die vom hinteren Ende eines Schiffes (Heck) nach beiden Seiten weggehen. Siehe auch => Heckwelle

Hinter dem Horizont


Ein Schiff, dessen Bug- oder Heckwelle man infolge der Erdkrümmung nicht mehr sehen kann. Mehr unter => Hinter dem Horizont

Hochwasser


Kann einen außergewöhnlich hohen Wasserstand (Deichbruch, Sturmflut) oder auch den täglich zweimal höchsten Wasserstand bei den Gezeiten meinen. Mehr unter => Hochwasser

Horizont


Die Linie an der scheinbar Himmel und See sich treffen. Die Horizontlinie verläuft immer waagrecht. Mehr unter => Horizont

Horizontformel


3,57 mal Wurzel aus der eigenen Höhe über dem Meeresspiegel gibt die Entfernung eines Schiffes an, dass gerade an der Horizontlinie verschwindet, mehr unter => Horizontformel

Kajüte


Ein meist kleiner Wohn- und Schlafraum auf einem Schiff oder Boot. Bei größeren Schiffen hat jedes Besatzungsmitglied oft eine eigene Kajüte. Bei kleineren Booten gibt es oft nur eine einzige Kajüte, die sich dann alle Mitfahrenden teilen. Siehe auch => Kajüte

Kapitän


Der oberste Befehlshaber auf einem Schiff, siehe auch => Kapitän

Kapitänssyndrom


Nennt man in der Didaktik den Versuch eine offensichtlich unlösbare Aufgabe durch reflexartiges Drauflosrechnen lösen zu wollen: Ein Schiff hat eine Geschwindigkeit von 22 Knoten. Es fährt drei Stunden über die Nordsee. Wie viele Jahre alt ist der Kapitän? Mehr unter => Kapitänssyndrom

Kaventsmann


Eine sehr große Welle, heute meist => Monsterwelle

Kentern


Das Umkippen von einem Boot oder Schiff. Bei den meisten Schiffen ist Kentern gleichbedeuten mit dem Untergang. Es gibt aber manchen Boote die "Durchkentern" können und sich von alleine wieder aufrichten. Siehe auch => Kentern

Kiel


Der untere Teil eines Schiffsrumpfes. Die Form des Kiels entscheidet mit über die Stabilität des Schiffes im Wasser. Eine Besonderheit sind flache Kiels, mit denen sich Schiffe auf dem Watt trockenfallen lassen können. Siehe auch => Kiel

Kielwasser


Die Verwirbelung an der Wasseroberfläche, die ein fahrendes Schiff hinter sich herzieht. Synonyme sind Hecksee und Heckwasser. Siehe auch => Kielwasser

Knoten


Geschwindigkeitsmaß für Schiffe. Ein Knoten ist so schnell wie eine Seemeile in jeder Stunde oder umgerechnet 1,852 Kilometer pro Stunde. Mehr unter => Knoten

Kompasskurs


Der Kurs, den der Kompass anzeigt, das ist nicht automatisch der wahre geographische Kurs, siehe auch => Kompasskurs

Landseitig


Bei einem Deich: die Seite, zu der hin das (Fest)land oder die feste Insel liegt. Siehe auch => landseitig

Leuchtturm


Ein hoher Turm mit einem weit scheinenden Licht, mehr unter => Leuchtturm

Leuchtturmformel


Mit ihr kann man den Abstand eines Leuchtturmes berechnen, dessen Leuchtfeuer gerade am Horizont auftauch, mehr unter => Leuchtturmformel

Länge über alles


Auch kurz "Lüa": die Gesamtlänge eines Schiffes vom hinterstens bis zum vordersten Punkt, die größtmögliche Länge, mehr unter => Länge über alles

Messe


Das Esszimmer auf einem Schiff. Die Messen waren oder sind oft nach Rang unterteilt. So gab es zum Beispiel eines Offiziersmesse, zu der einfache Matrosen keinen Zugang hatten. Siehe auch unter => Messe

Morsezeichen


Akustisch (mit Tonsignalen) verschlüsselte Buchstaben, Zahlen und andere Zeichen. Tabelle unter => Morsezeichen

Monsterwelle


Eine außergewöhnlich hohe Welle, die in der Regel durch ein zufälliges Aufeinandertreffen mehrerer kleiner Wellen entsteht und nur kurz besteht. Mehr dazu unter => Monsterwelle

Nautik


Die Technik und Kunst der Seefahrt, vor allem auch der Navigation. Nautik ist auch ein Studienfach, das letztendlich zum Kapitänspatent führen kann. Siehe auch => Nautik

Niedrigwasser


Bei den täglichen Gezeiten (Ebbe und Flut) der Moment des niedrigsten Wasserstandes. Mehr dazu unter => Niedrigwasser

Orkan


Ein extrem starker Sturm, siehe auch => Orkan

Palstek


Ein Knoten, der eine feste Schlaufe bildet. Die Schlaufe zieht sich dabei nicht zu. Mehr dazu unter => Palstek

Peilen


Einen Winkel zwischen zwei Linien bestimmen, oft mit Hilfe von einem Kompass. Mehr unter => Peilen

Position


Momentaner Aufenthaltsort eines Schiffes. Positionen werden oft mit Hilfe von Längen- und Breitengraden angegeben. Mehr unter => Position

Quadrant


Vergleichsweise einfaches Instrument zur Messung des Höhenwinkels der Sonne oder des Polarsternes. Dient indirekt zur Bestimmung der geographischen Länge und Breite. Siehe auch => Quadrant

Rumpfgeschwindigkeit


Eine Verdrängerschiff (ein normales Schiff ist ein Verdrängerschiff), kann aus physikalischen Gründen eine Höchstgeschwindigkeit nicht überschreiten. Diese theoretische Höchstgeschwindigkeit ist umso größer, je länger der Rumpf des Schiffes ist. Man nennt sie die => Rumpfgeschwindigkeit

Schwere See


Hohe Wellen infolge eines Sturmes, siehe => schwere See

Seebäderschiff


Ein Passagierschiff ohne Übernachtungsmöglichkeit aber geeignet für die Fahrt auf dem Meer. Seebäderschiffe kommen zum Beispiel zum Einsatz in der Nordsee. Mehr unter => Seebäderschiff

Seegatt


Auch die Schreibweise Seegat ist üblich: eine Öffnung zwischen zwei Inseln in einer Kette von Inseln. Seegatts sind typisch für die west- und ostfriesischen Inseln an der Nordseeküste. Mehr dazu unter => Seegatt

Seemeile


Auch nautische Meile genann: eine Strecke von 1852 Metern. Die Abkürzung ist sm. Siehe auch => Seemeile

Seeseitig


Bei einem Deich die Seite, die hin zur See, also zum offenen Meer hin zeigt. Siehe auch => seeseitig

SOS


Save our Souls, Notruf => SOS

Steuerbord


Die in Fahrtrichtung rechte Seite eines Schiffes. Dort war bei manchen Schiffen früher einseitig ein großes Ruder zur Steuerung des Schiffes angebracht. Daher kommt der Name. Siehe auch => Steuerbord

TEU


Twenty-foot equivalent unit: die Abkürzung für einen weit verbreiteten Container. Diese Container werden in großer Zahl auf Containerschiffen transportiert. Lies mehr dazu unter => Standardcontainer

Tragweite


Wie weit man nachts ein Leuchtfeuer (z. B. von einem Leuchtturm) gerade noch mit bloßem Auge erkennen kann. Lies mehr dazu unter => Tragweite

Trockendock


Ein Trockendock ist normalerweise ein gemauertes Becken in das Schiffe schwimmend einfahren können. Anschließend kann das Becken mit Schleusentoren geschlossen und das Wasser abgepumpft werden. Liegt das Schiff so trocken, können an ihm leicht Reparaturen am Rumpf durchgeführt werden. Siehe auch => Trockendock

Tsunami


Eine Welle, die durch ein Seebeben oder einen Erdrutsch entsteht. Tsunamis sind über tiefem Wasser schnell und flach und damit ungefährlich. In Küstennähe werden sie dann langsamer und höher. Ihre große Zerstörungskraft resultiert aus den großen Wassermassen, die sich in kurzer Zeit über Küstenstreifen ergießen können. Siehe auch => Tsunami

Über Grund


Als Geschwindigkeit: relativ zum Meeresboden betrachtet. Mehr unter => Geschwindigkeit über Grund

Untiefe


Ein dauerhaft flacher aber von Wasser bedeckter Bereich aus Sicht der Seefahrt. Mehr unter => Untiefe

Vor dem Horizont


Ein Schiff, dessen Bug- oder Heckwelle man noch gut sehen kann. Siehe auch => vor dem Horizont

Wasser unterm Kiel


Genügend Wassertiefe, dass ein Schiff oder Boot nicht auf Grund läuft, siehe auch => Wasser unterm Kiel

Werft


Ein Ort, der speziell für den Bau von Schiffen oder Booten eingerichtet ist. Mehr unter => Werft

Windsee


Ausschließlich durch Wind erzeugte Wellen: haben oft große Amplituden (Hohe Kämme, tiefe Täler) im Vergleich zur Wellenlänge, die Kämme sind oft spitz, siehe auch => Windsee

Siehe auch


=> Wörterbücher
=> Schiffe
=> Schiff





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