Bildbeschreibung und Urheberrecht

Goethes Wasserhebungsversuch

Anleitung | Originalzitat

Was zeigt der Versuch?

◦ Der Versuch zeigt, dass Wasser Licht beeinflussen kann.
◦ Das Wasser verändert die Ausbreitungsrichtung von Licht.
◦ In der Schulphysik heißt dieser Effekt => Lichtbrechung

Was braucht man für den Versuch?

◦ Man braucht ein quaderförmiges Wassergefäß.
◦ Quaderförmig meint: rechteckig wie eine Kiste.
◦ Das Gefäß darf keinen Deckel haben.
◦ Die vier Wände sollten undurchsichtig sein.
◦ Am besten hat man auch einen Tisch.
◦ Man braucht eine helle Tischlampe.
◦ Man sollte die Lampe frei bewegen können.

Wie führt man ihn durch?

◦ Man macht die Lampe an.
◦ Sie sollte möglichst von oben auf die Tischfläche scheinen.
◦ Dann stellt man das Gefäß auf den Tisch.
◦ Die Lampe soll eine der vier Wände von innen ganz bescheinen.
◦ Das heißt: eine der vier senkrechten Wände ist innen hell.
◦ Der Boden soll aber von der Lampe nicht beleuchtet sein.
◦ Dann gießt man einfach normales Leitungswasser in das Gefäß.
◦ Plötzlich sind Teile des Bodens beleuchtet.
◦ Je höher das Wasser, desto stärker der Effekt.

Wie hat Goethe den Versuch beschrieben?

"Man lasse in ein leeres kubisches [Goethe meint damit: quaderförmig] Gefäß das Sonnenlicht schräg in der Diagonale hineinscheinen, dergestalt daß nur die dem Licht entgegengesetzte Wand, nicht aber der Boden erleuchtet sei; man gieße sodann Wasser in dieses Gefäß, und der Bezug des Lichtes zu demselben wird sogleich verändert sein. Das Licht zieht sich gegen die Seite, wo es herkommt, zurück, und ein Teil des Bodens wird gleichfalls erleuchtet. An dem Punkte, wo nunmehr das Licht in das dichtere Mittel tritt, weicht es von seiner geradlnigen Richtung ab und scheint gebrochen, deswegen man auch dieses Phänomen die Brechung genannt hat. So viel von dem objektiven Versuch."

"Zu der subjektiven Erfahrung gelangen wir aber folgendermaßen. Man setze das Auge an die Stelle der Sonne; das Auge schaue gleichfalls in der Diagonalen über die eine Wand, so daß es die ihm entgegenstende jenseitige innere Wandfläche vollkommen, nichts aber vom Boden sehen könne. Man gieße Wasser in das Gefäß, und das Auge wird nun einen Teil des Bodens gleichfalls erblicken, und zwar geschieht es auf eine Weise, daß wir glauben, wir sehen noch immer in gerader Linie: denn der Boden scheint uns heraufgehoben, daher wir das subjektive Phänomen mit dem Namen der Hebung bezeichnen."

Quelle: Goethes Farbenlehre, zweite Abteilung, Paragraphen 187 und 188.

Welche Formel aus der Schule gilt hier?

◦ Schulphysikalisch wird hier die Lichtbrechung beschrieben.
◦ Zur zahlenmäßigen Berechnung nimmt man das => Snelliussche Gesetz

Siehe auch

=> Goethes Wassertrübungsversuch [Farbveränderung]
=> Johann Wolfgang von Goethe
=> Goethes Farbenlehre
=> Lichtbrechung