Bildbeschreibung und Urheberrecht

Goethes Graustreifenversuch

Anleitung zur Nachstellung eines Goetheschen Versuches

Die zentrale Erkenntnis von Goethes Farbenlehre ist, dass alles Lebendige aus zwei Gegensätzen besteht. Diese Gegensätze versuchen sich nun stets gegenseitig hervorzubringen. Wirken sie beide gemeinsam, so entsteht daraus eine angenehme Totalität oder Harmonie. Diesen Versuch kannst du leicht nachstellen.

1. Schritt

Hole die Pappe mit dem Graustreifenversuch aus der Kiste 20. Die blaue Seite ist oben. Achte darauf, dass die blaue Seite nicht aufgeklappt ist. Durch eine ausgeschnittene Aussparung siehst du einen grauen Streifen. Überzeuge dich, dass der graue Streifen überall in etwa gleich dunkel oder gleich hell ist.

2. Schritt

Klappe jetzt die blaue Abdeckung weg. Du siehst den gleichen grauen Streifen wie vorher. Lasse den Eindruck wirken, wie die graue Farbe des mittleren Striches jetzt aber ihre Helligkeit von links nach rechts zu ändern scheint.

3. Schritt

Goethes Originalworte dazu: "Ein graues Bild auf schwarzem Grunde erscheint viel heller als dasselbe Bild auf weißem. Stellt man beide Fälle nebeneinander, so kann man sich kaum überzeugen, daß beide Bilder aus einem Topf gefärbt seien. Wir glauben hier abermals die große Regsamkeit der Netzhaut zu bemerken und den stillen Widerspruch, den jedes Lebendige zu äußern gedrungen ist, wenn ihm irgendein bestimmter Zustand dargeboten wird. So setzt das Einatmen schon das Ausatmen voraus und umgekehrt; so jede Systole ihre Diastole. Es ist die ewige Formel des Lebens, die sich auch hier äußert. Wie dem Auge das Dunkle geboten wird, so fordert es das Helle; es fordert Dunkel, wenn man ihm Hell entgegenbringt, und zeigt eben dadurch seine Lebendigkeit, sein Recht, das Objekt zu fassen, indem es etwas, das dem Objekt entgegengesetzt ist, aus sich selbst hervorbringt." Quelle: Goethes Farbenlehre, Didaktischer Teil, Paragraph 38.

Siehe auch

=> Johann Wolfgang von Goethe
=> Optische Täuschungen
=> Goethes Farbenlehre
=> Penrose-Dreieck