WH54 Fachwortlexikon
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Bildbeschreibung und Urheberrecht

Goethes Benham-Versuche


hat es nie gegeben, hätte Goethe aber gefallen...


Basiswissen


Die Benham-Scheibe wurde erst gut hundert Jahre nach Goethes Wirken erfunden. Das Versuchsergebnis hätte Goethe aber sicherlich als einen weiteren Beweis seiner Farbenlehre aufgefasst. Goethe war überzeugt, dass Farbeffekte aus dem Wechselspiel von Schwärze und Helligkeit entstehen. Genau das passiert mit der Benham-Scheibe.

1. Schritt


Versuchsblatt anlegen: Nimm ein DIN-A4 Blatt hochkant. Lasse links einen Rand von gut 5 Zentimetern. Schreibe oben groß die Überschrift darauf "Goethes Benham-Versuche". Skizziere darunter das Gerät. Nach dem Zeichnen der Skizze solltest du noch etwa gut die Hälfte des Blattes frei haben.

2. Schritt


Aus Schwarz wird bunt: Hole dir das Benham-Gerät. Jedes Benham-Gerät verfügt über einen drehbaren Teller auf den man Kreisscheiben auflegen kann. Lege zuerst eine Kreisscheibe auf, die ausschließlich aus schwarz-weißen Mustern besteht. Skizziere diese Kreisscheibe auf dem Versuchsblatt. Beginne dann mit Hilfe der vorgesehenen Mechanik die Kreisscheibe zu drehen. Bei günstigen Umständen solltest du jetzt schwache Farbeffekte sehen. Verändere folgende Umstände, bis die Effekte am stärksten werden: die Drehgeschwindigkeit (gut sind etwa 7 pro Sekunde), die Drehrichtung, der Winkel unter dem du auf die Scheibe blickst. Schreibe auf das Versuchsblatt, welche Farben du wo gesehen hast, sowie auch wie schnell und in welche Richtung sich die Scheibe drehte.

3. Schritt


Aus bunt wird nicht weiß: Nimm dir nun eine Scheibe die ganz aus bunten Flächen besteht. Bringe auch sie zur Drehung. Skizziere die bunte Scheibe auf dem Versuchsblatt und schreibe deine Beobachtung auf.

4. Schritt


Goethes Deutung: Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe glaubte, dass Farben nicht durch die Zerlegung von weißem Licht entstehen. Goethe zufolge lag der Engländer Isaac Newton mit eben dieser Idee vollkommen falsch. Nach Goethe entstehen Farben durch das Wechselspiel von Licht und Finsternis. Dass aus einer bloß schwarz-weißen Scheibe plötzlich Farbeffekte entstehen können, wäre für Goethe vollkommen logisch gewesen. Newton hätte dies wahrscheinlich nicht vorhersagen können. Auch glaube Goethe, dass es unmöglich sei, aus verschiedenen Farben wieder weißes Licht entstehen zu lassen. Weiß war nach Goethe eine eigene Farbe und keine Mischung aus anderen. Dass die rotierende bunte Scheibe kein Weiß ergibt, auch das war Goethe vollkommen logisch. Diesen Versuch hat er selbst auch mit Hilfe eines Kreisels durchgeführt und beschrieben.

Siehe auch


=> Johann Wolfgang von Goethe
=> Goethes Farbenlehre
=> Benham-Scheibe





© Sabine & Gunter Heim, 2020